Die Auswirkung von frühen Traumata auf gesunde Grenzen und die Herausforderungen im Familienalltag

Das Wort GRENZEN löst in vielen Menschen unterschiedliche Empfindungen aus.

Es gibt die physische Grenze unser Haut im Bezug auf die Umwelt. Es gibt jedoch auch die energetische Grenze.

Die energetische Grenze ist das, was über und unter uns ist und um uns herum ist.

Diese energetische Grenzen nehmen wir wahr, wenn zum Beispiel jemand zu Nahe an uns heranrückt und es ein Gefühl des Unbehagens in uns auslöst. In uns wird ein Bedürfnis nach Abstand ausgelöst, was sehr wichtig und richtig ist.

Dieses Eindringen in unser energetisches Feld kann als schmerzhaft empfunden werden, wie wenn wir uns an der Haut verletzen.

Intakte energetische Grenzen unterstützen uns, in dem Gefühl sicher zu sein sowie sind wir angemessen in der Lage für gesunde Grenzen einzustehen.

Für viele Eltern und auch Menschen steckt hier drin eine extreme Herausforderung gesunde Grenzen gegenüber ihren Kinder zu halten, ohne sie zu bestrafen oder nachzugeben.

Ein Grund dafür könnte sein:

Traumatische Erfahrungen und verletzende Prägungen aus ihrem Leben hinterlassen oft ein Unvermögen, um angemessene energetische und physische Grenzen zu entwickeln.

Es kann soweit führen, dass unser Nervensystem überall Gefahr wahrnimmt. Es fällt ihnen schwer den Unterschied von sich selbst und anderen wahrzunehmen.

Ihnen fällt es schwer äussere Reize und Umwelteinflüsse zu filtern und so kann die Welt zu einer ständigen Bedrohung werden, wovor man sein Kind und sich selbst schützen muss.

Aus den eigenen prägenden Erfahrungen fehlt ein Gespür, wo man Nein sagen soll und wo es gesund ist JA zu sagen.

Viele Eltern haben als Kinder selber energetische und emotionale Übergriffe erlebt oder wurden

in ihrem Bedürfnis, in ihrem wahren der eigenen Grenze nicht gesehen und dadurch verletzt.

Als Kind blieb dir nichts anderes übrig als zu protestieren (dazu gehe ich in einem anderen Blog-Artikel drauf ein) oder nach misserfolgtem Protest, sich selbst und einen Anteil von sich aufzugeben und ihn durch Abspaltung zu schützen.

Dies ist eine wichtige Reaktion des Nervensystem, doch werden diese Schutz- und Überlebensmechanismen zur Herausforderung im Alltag mit Kindern.

Kinder und Partner haben ein Geschick diese verdrängten Anteile wieder wach zu küssen.

Doch lass uns zuerst einmal Verständnis schaffen wie sich gesunde und beeinträchtige Grenzen erkennbar machen:

Im Buch Entwicklungstrauma heilen von Laurence Heller und Aline Lapierre ist es wunderbar aufgeführt:

Energetische gesunde Grenzen zeigen sich:

  • sich wohlfühlen im eigenen Körper
  • sich impliziert sicher fühlen in der Welt
  • Ein klares Gefühl für sich und andere
  • Nein sagen und andere in ihre Schranken verweisen können
  • Zwischen sich und anderen unterscheiden können

Beeinträchtige energetische Grenzen sind:

  • Extreme Sensibilität für die Emotionen anderer
  • Sich wund fühlen, sich fühlen, als sein „die Haut zu dünn“
  • Energetische Verschmelzung mit anderen, mit Tieren, mit der Umgebung
  • Das Gefühl, dass jederzeit von überall her Gefahr drohen kann
  • Empfindlichkeit im Hinblick auf Umweltreize und Allergien
  • Sich unwohl fühlen in Gruppen oder Menschenmengen
  • übermächtige Ängste, soziale Phobie
  • sehr starkes Rückzugsbedürfnis

Brüchige energetische Grenzen sind ein Hauptgrund für das andauernde Bedrohungsgefühl und die hohe Erregung (innerliches Stressgefühl), die zu einer Hypervigilanz führen.

Hypervigilanz ist ein Begriff aus der Psychologie und bedeutet erhöhte Wachheit. Sie geht mit einem erhöhten Arousal (Erregung) einher und ist somit das Gegenteil von Hypovigilanz, dem Begriff für erhöhte Schläfrigkeit.

Viele Mamas und auch Papas wird durch die Geburt ihres Kindes, die erhöhte Wachheit zur Stressfalle.

Sie fühlen ständig mit ihrem Kind mit, erkennen jedes Bedürfnis und erschöpfen sich mit dieser enormen überreizten Wachsamkeit.

Wenn Eltern anfangen hier ihre eigene Geschichten aufzuarbeiten, sich mit ihren Grenzen auseinandersetzen

und ihr neuronales Netzwerk verstehen lernen und dadurch verändern können,

entstehen mit ihren Kindern und Jugendlichen immer mehr gesunde und natürliche Grenzen.

Sie können Nein sagen und doch mit ihrem Kind oder Partner in Verbindung bleiben.

Sie reagieren nicht mehr aus einem verletzen Anteil heraus sondern sie werden in sich selber sicher und stabiler, was sich automatisch auf das Zusammenleben in der Familie einen Einfluss hat.

Das Gefühl der ständigen Wachheit, des inneren Stresses kommt zur Ruhe und es verändert sich in eine gesunde Präsenz.

Du wünscht dir eine feinfühlige Begleitung, um dich im Thema Grenzen besser zu verstehen und um verletzte Anteile zu integrieren.

Hier empfehle ich dir aus meiner Erfahrungen nicht einen weiter Kurs sondern eine traumasensible Begleitung.

Die Auswirkung von frühen Traumata auf gesunde Grenzen

2 Gedanken zu „Die Auswirkung von frühen Traumata auf gesunde Grenzen

  • 23. März 2024 um 11:31
    Permalink

    Danke für diesen Einblick ~ das war einmal mehr sehr spannend. Den Zusammenhang der (energetischen) Grenzen und der verletzten Anteile finde ich sehr interessant. Ich forsche da mal!

    Antworten
    • 24. März 2024 um 17:02
      Permalink

      Ja, es ist so wichtig uns darin zu erkennen, weil es uns innerlich entspannt und unsere eigene Wahrnehmung mehr Fokus kriegt. Ich bin gespannt, was du für dich herausfindest und freue mich von dir wieder zu lesen.
      Alles Liebe zu dir liebe Corinne

      Antworten

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